Warum sich viele Häuser im Remstal aktuell nicht verkaufen.
- Nicolai Geiger

- 11. Aug.
- 4 Min. Lesezeit

Es gibt einen Satz, den ich in Eigentümergesprächen im Rems-Murr-Kreis immer häufiger höre: „Mein Haus ist doch seit sieben Monaten inseriert, aber es kommt einfach keine Anfrage."
Die Antwort darauf hat selten etwas mit dem Haus zu tun. Sie hat fast immer etwas mit der Preisklasse zu tun.
Eine aktuelle Analyse des Onlineportals ImmoScout24 zeigt sehr deutlich, wie weit Angebot und Nachfrage auf dem deutschen Markt für Einfamilienhäuser inzwischen auseinanderliegen. Und die Zahlen treffen unsere Region im Stuttgarter Umland besonders hart.
Die Zahl, die alles erklärt
Im Umland der Metropolen, und dazu gehören Schorndorf, Winterbach, Weinstadt und Remshalden, entfallen rund 47 Prozent aller Kaufanfragen auf Häuser zwischen 250.000 und 500.000 Euro. Fast die Hälfte der gesamten Nachfrage konzentriert sich also auf eine einzige Preisklasse.
Das Angebot in dieser Klasse liegt aber nur bei 39 Prozent.
Umgekehrt sieht es am oberen Ende aus. Innerhalb der Metropolen wird mehr als jedes dritte Einfamilienhaus für über eine Million Euro angeboten. Auf diese Klasse entfällt aber nur knapp jede vierte Interessenanfrage.
Zusammengefasst: Der Markt bietet oben zu viel an und unten zu wenig. Und genau in diesem Missverhältnis stecken die Häuser fest, die monatelang ohne Besichtigung dastehen.
Was das konkret für Schorndorf, Weinstadt und Winterbach bedeutet
Wer sich aktuell die Angebote für Einfamilienhäuser im Rems-Murr-Kreis anschaut, sieht ein sehr eindeutiges Bild. Die große Masse der inserierten Häuser liegt zwischen 590.000 und weit über einer Million Euro. Objekte, die realistisch in der stark nachgefragten Klasse zwischen 250.000 und 500.000 Euro landen, sind die absolute Ausnahme.
Gleichzeitig sind die Preise in Schorndorf spürbar in Bewegung. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser liegt bei rund 4.187 Euro und damit etwa 14 Prozent unter dem Niveau von Mitte 2022.
Viele Eigentümer rechnen aber immer noch mit dem Preisniveau, das sie aus den Jahren 2021 und 2022 im Kopf haben. Diese Differenz ist der eigentliche Grund für lange Vermarktungszeiten im Remstal.
Der teuerste Fehler beim Angebotspreis
Es gibt einen technischen Effekt, den fast kein Eigentümer auf dem Schirm hat und der über Erfolg oder Stillstand entscheidet.
Auf den großen Immobilienportalen suchen Käufer nicht frei, sondern über Preisfilter. Und diese Filter rasten an festen Grenzen ein, unter anderem bei 400.000, bei 500.000 und bei 750.000 Euro.
Ein Haus, das für 519.000 Euro angeboten wird, taucht in der Suche „bis 500.000 Euro" schlicht nicht auf. Es wird von rund der Hälfte aller Kaufinteressenten im Stuttgarter Umland nie gesehen. Nicht weil es zu teuer wäre, sondern weil es unsichtbar ist.
Der Unterschied zwischen 519.000 und 499.000 Euro sind rechnerisch 20.000 Euro. In der Praxis ist es der Unterschied zwischen null Anfragen und zwanzig Anfragen.
Und wer aus einer starken Nachfragesituation heraus verhandelt, erzielt am Ende regelmäßig einen höheren Verkaufspreis als jemand, der acht Monate wartet und dann in mehreren Schritten reduziert.
Die zweite Hürde: Sanierungsangst
Es gibt einen weiteren Grund, warum die gefragte Preisklasse zwischen 250.000 und 500.000 Euro im Umland so dünn besetzt ist. Es liegt nicht daran, dass es keine passenden Häuser gäbe. Der Bestand aus den Baujahren 1955 bis 1985 ist im Remstal groß.

Es liegt daran, dass Käufer mit einem Budget von 480.000 Euro im Kopf automatisch 100.000 bis 150.000 Euro Sanierungskosten dazurechnen. Weil sie es nicht besser wissen. Weil niemand es ihnen ausgerechnet hat.
Diese Unsicherheit kostet Verkäufer bares Geld. Wer dagegen eine belastbare Einschätzung zu Heizung, Dämmung und Fenstern vorlegt, dazu die passenden Förderprogramme von KfW und L-Bank benennt und die monatliche Belastung nach Sanierung transparent macht, verkauft deutlich schneller und zu einem besseren Preis.
Genau deshalb gehören eine energetische Ersteinschätzung und eine realistische Kostenübersicht für uns bei Bestandsimmobilien mittlerweile in jedes Exposé.
Was Sie als Eigentümer jetzt tun sollten
Prüfen Sie, in welcher Filterklasse Ihr Haus liegt.
Nicht welchen Preis Sie sich wünschen, sondern in welchem Suchraster Ihr Angebot tatsächlich erscheint.
Rechnen Sie mit dem heutigen Markt, nicht mit 2022.
Das Preisniveau im Rems-Murr-Kreis hat sich verändert. Eine aktuelle, datenbasierte Bewertung ist die Grundlage für jede sinnvolle Entscheidung.
Nehmen Sie Käufern die Sanierungsfrage ab.
Klarheit über Kosten und Fördermöglichkeiten ist bei Bestandsimmobilien inzwischen wichtiger als jedes Hochglanzfoto.
Handeln Sie früh statt in Reduzierungsschritten.
Der stärkste Vermarktungszeitraum sind die ersten drei bis vier Wochen. Ein Objekt, das in dieser Phase im falschen Preissegment steht, verliert Aufmerksamkeit, die nur schwer zurückzuholen ist.
Häufige Fragen
In welcher Preisklasse verkaufen sich Häuser im Rems-Murr-Kreis am schnellsten?
Im Stuttgarter Umland entfallen rund 47 Prozent aller Kaufanfragen auf Einfamilienhäuser zwischen 250.000 und 500.000 Euro. Das Angebot deckt nur etwa 39 Prozent ab. Objekte in dieser Spanne finden deshalb am schnellsten Käufer.
Warum verkauft sich mein Haus in Schorndorf nicht?
Die häufigste Ursache ist ein Angebotspreis knapp oberhalb einer Portalfiltergrenze. Dadurch erscheint das Objekt in einem großen Teil der Suchanfragen gar nicht. Zweithäufigste Ursache sind offene Fragen zum Sanierungsbedarf.
Sind die Immobilienpreise im Rems-Murr-Kreis gefallen?
Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser in Schorndorf liegt aktuell bei rund 4.187 Euro und damit etwa 14 Prozent unter dem Höchststand von 2022. Gute Lagen und energetisch modernisierte Objekte halten ihr Niveau deutlich besser.
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf?
Für Häuser, die realistisch in der stark nachgefragten Klasse liegen, ist die Marktlage aktuell sehr gut, weil das Angebot dort knapp ist. Für Objekte im oberen Segment braucht es eine sehr präzise Preisstrategie und eine längere Vermarktungsplanung.
Ihr nächster Schritt

Wenn Sie wissen möchten, in welcher Preisklasse Ihre Immobilie in Schorndorf, Winterbach, Weinstadt oder Remshalden tatsächlich Nachfrage findet, sprechen Sie mich an. Ich bin selbst im Remstal zuhause, kenne die Lagen und die Käufer und sage Ihnen offen, was realistisch ist.
Kostenlose Ersteinschätzung, persönlich und unverbindlich.
Quelle der bundesweiten Marktdaten: Analyse des Onlineportals ImmoScout24 zum Markt für Einfamilienhäuser, veröffentlicht in der Immobilien Zeitung. Regionale Preisdaten: ImmoScout24 Preisatlas Schorndorf, Q2 2026.




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